Beim Verkauf gerät fast jeder an denselben Punkt: Welche Variante ist das eigentlich genau, welche Autopilot-Stufe ist freigeschaltet, und wurde das Fahrzeug in China oder in Grünheide gebaut? Wer sein Auto vor Jahren gebraucht gekauft hat, weiß das oft nicht mehr – und die Angaben im Fahrzeugschein sind dafür zu grob.
Wo du die Fahrgestellnummer findest
- In der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Feld E
- Im Fahrzeug selbst, sichtbar durch die Windschutzscheibe unten am Armaturenbrett auf der Fahrerseite
- Auf dem Typschild in der Fahrertür beziehungsweise am Türholm
- Im Bordmenü unter den Fahrzeuginformationen
- In der Tesla-App in der Fahrzeugübersicht
Sie besteht aus 17 Zeichen aus Ziffern und Großbuchstaben. Die Buchstaben I, O und Q kommen nicht vor, damit sie nicht mit Ziffern verwechselt werden.
Was die einzelnen Stellen bedeuten
Die ersten drei Zeichen bilden die weltweite Herstellerkennung und verraten, in welchem Werk das Fahrzeug gebaut wurde. Tesla nutzt unterschiedliche Kennungen für die Produktion in den Vereinigten Staaten, in Shanghai und in Grünheide. Für den deutschen Markt sind vor allem die chinesische und die brandenburgische Fertigung relevant, ältere Fahrzeuge stammen dagegen häufig aus den USA.
Die folgenden Stellen kodieren Fahrzeugtyp, Karosserieform, Rückhaltesysteme und Antriebskonfiguration – also unter anderem, ob es sich um Hinterrad- oder Allradantrieb handelt. Danach folgen eine Prüfziffer, ein Zeichen für das Modelljahr und eines für das Werk, bevor die laufende Seriennummer den Abschluss bildet.
Modell, Antriebsart, Baujahr und Produktionsort lassen sich aus der Nummer ableiten. Die Softwareoptionen dagegen nicht: Ob Enhanced Autopilot oder Full Self-Driving freigeschaltet ist, steht nicht in der VIN, weil es sich um nachträglich buchbare Funktionen handelt.
Wie du die tatsächliche Ausstattung ermittelst
Im Fahrzeug selbst
Der zuverlässigste Weg. Unter den Fahrzeuginformationen im Bordmenü findest du die Softwareversion und Angaben zum verbauten Fahrcomputer. In den Autopilot-Einstellungen siehst du, welche Funktionen freigeschaltet sind – wenn dort Funktionen wie das automatische Spurwechseln oder das Ampelerkennungssystem angeboten werden, ist eine der kostenpflichtigen Stufen aktiv.
Im Tesla-Konto
In deinem Konto beim Hersteller sind die ursprünglich bestellten Optionen hinterlegt. Das ist besonders bei Erstbesitz hilfreich. Hast du das Fahrzeug gebraucht gekauft, siehst du dort in der Regel nur den aktuellen Stand, nicht die vollständige Bestellhistorie.
Über die Papiere
Die Zulassungsbescheinigung nennt technische Eckdaten wie Leistung, Leergewicht und Achslasten. Diese Werte helfen bei der Zuordnung der Variante, wenn du unsicher bist, ob es sich um eine Long-Range- oder eine Performance-Version handelt.
Wo die VIN sonst noch weiterhilft
Neben der Ausstattungsfrage ist die Nummer beim Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs nützlich. Stimmt die VIN in den Papieren mit der am Fahrzeug überein? Passt das aus der Nummer ableitbare Baujahr zur angegebenen Erstzulassung? Weichen diese Angaben voneinander ab, lohnt es sich nachzufragen, bevor irgendetwas unterschrieben wird.
Auch bei Rückrufaktionen und Servicevorgängen ist sie die eindeutige Kennung. Wer beim Hersteller oder in einer Werkstatt anruft, wird als Erstes danach gefragt – deshalb ist es sinnvoll, sie ohnehin greifbar zu haben, etwa als Foto auf dem Telefon.
Warum das beim Verkauf Geld wert ist
Wer nicht genau angeben kann, was verbaut ist, wird vorsichtiger bewertet – von jedem Händler und von jedem Privatkäufer. Ein Sicherheitsabschlag für Unsicherheit ist branchenüblich und trifft immer den Verkäufer. Umgekehrt gilt: Je präziser deine Angaben, desto präziser das Angebot.
Besonders deutlich wird das bei der Autopilot-Stufe und der Hardware-Version. Beide gehören zu den stärksten Preisfaktoren, wie wir bei den Wertfaktoren für das Model 3 und für das Model Y beschrieben haben. Wer sie korrekt angibt, lässt kein Geld liegen.