Wenn eine neue Fahrzeuggeneration erscheint, stellt sich für alle Besitzer der Vorgänger dieselbe Frage: jetzt verkaufen, bevor der Abstand größer wird, oder behalten und den Wertverlust aussitzen? Beim Model 3 Highland und beim Model Y Juniper ist diese Frage besonders oft gestellt worden – und die Antwort fällt je nach Fahrzeug unterschiedlich aus.
Was sich beim Model 3 geändert hat
Das Facelift war mehr als eine Kosmetikübung. Front und Heck wurden überarbeitet, das Lichtdesign neu gestaltet, die Dämmung verbessert und die Fahrwerksabstimmung angepasst. Im Innenraum entfielen die Lenkstockhebel zugunsten von Bedienelementen am Lenkrad, hinten kam ein eigenes Display dazu.
Für den Gebrauchtmarkt zählt vor allem die Wahrnehmung: Ein Fahrzeug mit den überarbeiteten Scheinwerfern ist als neuere Generation sofort erkennbar. Diese Sichtbarkeit ist der Grund, warum sich der Preisunterschied stärker auswirkt, als es die technischen Änderungen allein rechtfertigen würden.
Was sich beim Model Y geändert hat
Beim Model Y verlief der Wechsel nach demselben Muster: neu gestaltete Front- und Heckpartie mit durchgehenden Lichtelementen, überarbeiteter Innenraum, verbesserte Geräuschdämmung und Anpassungen am Fahrwerk. Auch hier ist die neue Generation von außen eindeutig zu erkennen.
Weil das Model Y in deutlich größeren Stückzahlen unterwegs ist als die Limousine, wirkt sich der Wechsel auf einen entsprechend größeren Bestand aus. Wer ein Vorgängerfahrzeug fährt, teilt sich den Markt mit vielen anderen, die dieselbe Überlegung anstellen.
Wie sich das auf die Preise auswirkt
Der Effekt tritt nicht schlagartig ein. Er beginnt mit der Ankündigung, verstärkt sich in der Phase, in der die neue Generation bekannt, aber noch knapp verfügbar ist, und läuft aus, sobald sich ein neues Preisgefüge eingependelt hat. Rückblickend liegt der ungünstigste Verkaufszeitpunkt fast immer in dieser mittleren Phase.
Verstärkt wird das durch Preisbewegungen beim Neuwagen. Fällt gleichzeitig der Listenpreis, kommen zwei Effekte zusammen, und der Abstand zum Gebrauchtfahrzeug wächst doppelt. Der grundsätzliche Mechanismus dahinter steht beim Tesla Wertverlust.
Verkaufen oder behalten – eine ehrliche Einschätzung
Eher verkaufen, wenn …
- dein Fahrzeug ohnehin in absehbarer Zeit gehen soll
- die Garantie auf Akku und Antriebseinheit in Reichweite ihrer Grenze kommt
- du hohe Laufleistungen fährst
- du gekauftes Full Self-Driving besitzt und es beim Verkauf an einen Händler mitgeben kannst
Eher behalten, wenn …
- du das Fahrzeug noch mehrere Jahre nutzen willst
- der Abschlag ohnehin bereits eingepreist ist und ein Verkauf ihn nur realisieren würde
- du ohnehin fährst, bis das Fahrzeug seinen Zweck erfüllt hat
Unklar ist der Fall bei mittlerer Haltedauer. Dann kommt es auf Variante, Zustand und Ausstattung an. Genau dafür lohnt ein konkretes Angebot: Erst wenn eine Zahl auf dem Tisch liegt, lässt sich die Frage überhaupt beantworten.
Was das für die Bewertung bedeutet
Wir kaufen Fahrzeuge vor und nach dem Facelift an – die Generation ist ein Faktor unter vielen, kein Ausschlusskriterium. Welche Merkmale bei der Bewertung im Einzelnen zählen, haben wir für den Model 3 und für den Model Y getrennt beschrieben.